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Fairer Kaffee in die Kirchen
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FAQ

Häufige Fragen - und die Antworten darauf

Wie viel kommt vom Endverkaufspreis für FairTrade-Kaffee bei den Produzenten an?
Für den Fairen Handel werden Mindestpreise festgesetzt, die in Absprache mit den Produzentenorganisationen und unabhängig von den Preisschwankungen auf den Märkten zu bezahlen sind. Sie decken sowohl die Produktionskosten ab, die unter menschenwürdigen Arbeits- und Lebensbedingungen entstehen, als auch die alltäglichen Lebenshaltungskosten. Für Bio-Kaffee wird überdies ein zusätzlicher Aufschlag gezahlt. Die Kleinbauerngenossenschaften erhalten durch den Fairen Handel immer bessere Preise als über den konventionellen Markt.

Unabhängig vom Endverkaufspreis hierzulande erhalten die Kaffeekooperativen mindestens 1,25 US$ pro engl. Pfund (0,4536 kg) Kaffee ("Washed Arabica"). Liegt der Weltmarktpreis über 1,25 US$, wird der höhere Weltmarktpreis plus der Fairtrade-Prämie von 10 US-Cent gezahlt. Bei Biokaffee erhalten die Kooperativen sogar 20 US-Cent mehr.

Die Preise für Kaffee variieren je nach Kaffeesorte. Alle Standards können Sie sich auf der Website der Fairtrade Labelling Organizations ansehen: www.fairtrade.net.

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Wofür werden die Mehreinnahmen aus dem Fairen Handel verwendet?
Über die Verwendung der Erlöse aus dem Fairen Handel bestimmen die Produzenten selbst. Rund 1,6 Million Bauernfamilien und Plantagenarbeiter in 870 Kooperativen und Plantagen in 58 Ländern profitieren vom Fairen Handel mit dem Siegel. Neben der Deckung von Produktionskosten und der Sicherung des absoluten Existenzminimums, ermöglicht der Faire Handel darüber hinaus Investitionen in eine nachhaltige Zukunft. Aus den Mehreinnahmen erhalten die Bauern eine Einkommensverbesserung; darüber hinaus werden Schulen errichtet, Straßen gebaut, Kaufläden ausgestattet, in die Gesundheitsvorsorge, Bildung und den Umweltschutz investiert.

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Wie entstehen die Differenzen der Kaffeepreise im Handel?
Der Faire Handel garantiert den Produzenten im Süden einen festgelegten Mindestpreis für ihre Produkte. Gerade im Bereich des Kaffeehandels sind stabile Preise, die über dem Weltmarktpreis liegen, überlebenswichtig für die Kleinbauern. In den Jahren 1999 bis 2004 war der Weltmarktpreis für Kaffee so gering, dass damit nicht einmal die Produktionskosten abgedeckt werden konnten. Diese liegen zwischen 80 und 90 US-Cents pro englisches Pfund (lb).

Obwohl der Weltmarktpreis für Kaffee in den letzten Jahren gestiegen ist - im September 2009 lag er bei rund 146 US-Cents pro englisches Pfund - kam dieser Anstieg für viele Kleinbauern zu spät. Viele gaben ihre Kaffeesträucher auf und zogen in die großen Städte um dort eine Arbeitsstelle zu finden. Und trotz des gestiegenen Weltmarktpreises werden die Produzenten im Süden nicht reich. Denn die Kleinproduzenten erhalten über den konventionellen Handel nur einen sehr geringen Anteil des Ladenpreises, der kaum einer Kleinbauernfamilie erlaubt, menschenwürdig zu existieren. Das liegt an dem nicht-fairen Zwischenhandel der die Notlagen der Produzenten ausnutzt, um den Preis für das Produkt zu drücken. Im Bereich Kaffee gehören dazu die so genannten "Coyotes", die den Bauern den Kaffee zu einem Preis unterhalb des Marktpreises abkaufen, wenn die Bauern dringend auf Geld angewiesen sind.

Der Faire Handel verhindert ausbeuterischen Zwischenhandel!

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Wie funktioniert die Kontrolle?
Um die Glaubwürdigkeit des Fairtrade-Siegels sicherzustellen, arbeitet die zuständige Zertifizierungsgesellschaft FLO-CERT GmbH mit einem unabhängigen, transparenten und weltweit konsistenten System, das den Anforderung der DIN ISO Norm 65 folgt. FLO-CERT GmbH befindet sich derzeit im Akkreditierungsprozess. ISO 65 ist heute die weltweit akzeptierte Akkreditierungsnorm für Zertifizierungsorganisation.

FLO-CERT GmbH stellt sicher, dass die Produkte mit dem Fairtrade-Siegel nach den internationalen FLO-Standards produziert und gehandelt werden. Alle an der Fairtrade-Handelskette beteiligten Organisationen, Firmen, Produzentenorganisation, Exporteure und Importeure unterliegen dem strengen Kontrollsystem von FLO-CERT. Wichtigstes Kontrollinstrument ist in allen Bereichen die Durchführung und Auswertung von Inspektionen nach einheitlichen Verfahren. So wird sichergestellt, dass alle gesiegelten Produkte tatsächlich fair gehandelt wurden und die Mehreinnahmen den Produzentenorganisationen in den südlichen Ländern zufließen.

TransFair Deutschland ist nach Frankreich und Spanien die dritte Nationale Siegelinitiative weltweit, die ihre Zertifizierungsaufgaben an FLO-CERT GmbH übertragen hat und somit nach ISO 65 arbeitet.

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Sind Fairtrade-Produkte nicht viel zu teuer?
Beim konventionellen Kaffee laufen zwei Drittel aller Verkäufe über Sonderangebote. Sie geben nicht den realen Preis wieder, sondern sind Lockvogelangebote der Handelsketten. Dies lässt den Preisunterschied zu einem fair gehandelten Kaffee sehr hoch erscheinen.

Auf die Tasse umgerechnet, zahlen die Konsumenten aber nur wenige Cent mehr für einen fair gehandelten Kaffee. Dafür betreiben sie aktiv Entwicklungspolitik mit dem Einkaufskorb und können die qualitativ hochwertigen Produkte mit den fairen Nebenwirkungen für die Produzentinnen und Produzenten oft auch in biologischer Qualität doppelt genießen.

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Schmecken die Fairtrade-Produkte überhaupt?
Inzwischen gibt es über 100 verschiedene Kaffeesorten mit dem Fairtrade-Siegel, darunter Spezialitäten wie Espresso, mild, entcoffeiniert oder Bio sowie über 40 verschiedene Teesorten. Daher ist für jeden Geschmack etwas dabei. Bei den Produkten mit dem Fairtrade-Siegel kann jede/r auf den Geschmack kommen.

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Ist das Fairtrade-Siegel auch ein Biosiegel?
Fairtrade ist kein Biosiegel, sondern ein Sozialsiegel: trotzdem ist das Biosortiment in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Heute tragen 70 Prozent aller Fairtrade-gesiegelten Produkte auch ein Biolabel.

Seine Prioritäten setzt Fairtrade jedoch auf die sozialverträglichen Handelsbedingungen. Fairtrade möchte gerade die Lebenssituation der besonders benachteiligten Produzentinnen und Produzenten verbessern. Von Beginn an einen kontrolliert ökologischen Anbau zu erwarten, würde viele Produzentengruppen ausschließen.

Der Faire Handel ist oftmals die Voraussetzung für eine ökologische Anbauweise. Hier erhalten die Bauern ein Stück finanziellen Spielraum, um die zeitraubende und oft teure Umstellung auf zertifizierten Anbau zu bezahlen. In allen Produktbereichen wird kontinuierlich darauf hingearbeitet. So profitiert auch die Umwelt vom Fairtrade-Mehrpreis. Nach erfolgter Umstellung fördert der Faire Handel ökologisch angebaute Produkte mit einem Bioaufschlag.

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Sind die Brühautomaten und Kaffeemaschinen im Großverbrauch für den fair gehandelten Kaffee geeignet?
Für den Großverbraucher-Bereich gibt es spezielle FairTrade-Kaffeesorten, die alle voll maschinenfähig sind. Die GEPA hat seit 15 Jahren einen eigenen Großverbraucher-Service, der Verkostungen anbietet und dafür sorgt, dass die Extraktion stimmt. Das Qualitätsmanagement stellt sicher, dass der Kaffee den gängigen Mahlgrad für den Großverbraucher-Bereich hat.

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